Die Menschen bewegen sich zu wenig
  06.12.2019

Fotograf Jürgen Metz

Fotograf Jürgen Metz

Breitensport: 281 Personen haben in diesem Jahr beim VfL Herrenberg das Deutsche Sportabzeichen abgelegt

Das Sportabzeichen beim VfL Herrenberg ist längst ein Klassiker im Kalender des größten Herrenberger Vereins, im Frühjahr und Sommer wird geschwitzt, im Herbst werden die Urkunden verliehen.

Die Jugendlichen bewegen sich zu wenig, so das Ergebnis einer Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation. Junge Menschen zwischen 11 und 17 Jahren sollten sich jeden Tag mindestens eine Stunde bewegen. Nur 20 % der deutschen Jungs erreichen diese Quote. Bei den Mädchen sieht es noch schlechter aus, nur jedes Achte bewegt sich eine Stunde am Tag.

Am Anfang der Verleihung wies Harald Schmitz, der die Verleihung der Sportabzeichen moderierte, auf die langfristig fürchterlichen Folgen des jugendlichen Bewegungsmangels hin,  viele der Jugendlichen werden langfristig krank werden. In dem größten Teil der menschlichen Evolution musste sich ein Mensch jeden Tag 15 km bewegen, dafür sind unsere Körper ausgelegt.

Die Bewegungsquote der Jugendlichen in Deutschland ist zu niedrig und liegt 7 % unter dem Durchschnitt der anderen Industriestaaten. Die Integration der Bewegung in den Alltag in Deutschland ist misslungen. Bei den Jugendlichen erschwert die Schule sich genügend zu bewegen. In anderen Industriestaaten, wie in einigen Staaten der USA, gibt es täglich eine Stunde Schulsport oder es gibt die Integration des Vereinssports in die Schule.

Da dies durch den Einzelnen kaum beeinflussbar ist, bleibt nur die eigene Tat: Bewegung, wenn möglich. Mit dem Fahrrad oder zügig zu Fuß zur Schule und in der spärlichen Freizeit trotzdem Sport treiben, gerne auch in eine der 21 Abteilung des VfL oder im Deutschen Sportabzeichen. Die Teilnahme an Training und Abnahme des Sportabzeichens steht allen offen, auch ohne Vereinsmitgliedschaft. Dies, so im Kurzvortrag, gilt natürlich auch für die Erwachsenen. Langjährige Bewegungsbereitschaft wird in aller Regel mit altersgemäßer Fitness belohnt.

Dann kann man auch fünfzig Mal das Deutsche Sportabzeichen erlangen, wie in diesem Jahr Willi Hirth aus Herrenberg. Der 81 Jahre junge Sportler ist Mitglied in den VfL-Abteilungen Leichtathletik, Handball und Ski. Er absolvierte den Bereich Kraft mit dem Kugelstoßen, den Bereich Schnelligkeit im Sprint auf der Tartanbahn, den Bereich Koordination mit dem Schleuderballwurf und bewies seine Ausdauer in 7,5 km Gehen. Alle Bereiche gelangen ihm in der Leistungsstufe Gold und häufig war er besser als Jahrzehnte jüngere Teilnehmer.

Mit ihm hervorgehoben wurden sieben weitere, drei Vielfachwiederholer, das Ehepaar Heidi (33 x) und Manfred Braitmaier (52 x) und Gerlinde Lang (39 x) und die vier jüngsten Teilnehmer. Finn Reiner ist 2019 noch zu jung für ein normales Sportabzeichen und erhielt das Vorsportabzeichen, Nika Ritter, Leni Fallscheer und Lina Merz erhielten erstmals das normale Sportabzeichen.

Insgesamt gab es altersunabhängig 78 Erstabnahmen und 198 Jugendliche erhielten das Deutsche Sportabzeichen.

Nach Verleihung der Urkunden wurde auch der VfL Fitness Jugend Cup verliehen. Das ist ein Wettbewerb unter den Abteilungen des VfL. Wer relativ zur Abteilungsgröße die meisten Abzeichen unter den Jugendlichen und den Trainern erhält, gewinnt den Pokal.

Der Sieg wurde in den letzten Jahren in der Regel in einem Dreikampf zwischen den Abteilungen Turnen, Leichtathletik und Kindersportschule  (KISS) ausgemacht, zuletzt häufig mit dem Erfolg der Turner. Dieses Mal kam es anders, die Turner landeten auf Rang drei, knapp hinter der KISS und mit deutlichem Abstand siegte die Leichtathletikabteilung.

Vor dem obligatorischen Gruppenbild wurde noch auf den Saisonstart am Mittwoch den 1. April 2020 um 18:30 Uhr im Stadion hingewiesen. Abgenommen wird dann, unterbrochen durch die Pfingstferien und die letzten vier Wochen der Sommerferien bis zum Saisonschluss in den September.

Am 22.11.2020 sieht man sich wieder zur Verleihung im VfL Center.



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